Fraktion

Plastikbecher statt Pappbecher?

Gunnar Scherf
12. November 2018

Umweltschutz

Die SPD hat einen Antrag zur Einführung eines Pfandsystems für Kaffebecher in Braunschweig eingebracht. regionalBraunschweig berichtete https://regionalbraunschweig.de/nach-plastik-diskussion-ausschuss-unterstuetzt-becherpfandsystem/ von der Sitzung des Wirtschaftsausschusses.

Was oberflächlich betrachtet sinnvoll erscheint, ist bei näherem Hinsehen fragwürdig. 

Ist der Mehrweg-Plastikbecher wirklich besser als ein Pappbecher?
Umweltwissenschaftler haben hierzu Energieverbrauch und die Umweltbelastung für jeden Produktionsschritt und jede Phase der Benutzung und des Transports ermittelt, addiert und säuberlich nach unterschiedlichen Umweltkategorien aufgeschlüsselt. Was ist besser für das Klima, die Ozonschicht, die Meeresorganismen, was belastet den Boden stärker und was die Luft? 

Zum Ergebnis der Studien heißt es in der Zeit: “Schadet nichts, aber bringt auch nicht viel – das ist gegenwärtig wohl das Beste, was sich über den Plastikbecher sagen lässt.” 

Zum Teil kommt heraus, dass die Ökobilanz sogar deutlich schlechter ist. 
Bei der Klimabilanz, dem Gewässerschutz oder der Bodenbelastung, ist der Pappbecher einer niederländischen Untersuchung zufolge in jeder Hinsicht wesentlich besser als der Mehrwegbecher.

Ursache sind die aufwendige Herstellung sowie die energieintensive Spülung.
Der Plastikbecher schneidet erst dann besser ab, wenn er nicht nach jedem Gebrauch gespült wird!

Nachzulesen in der Zeit unter dem Titel “Korrekt gebechert” 
oder in der FAZ “Verschlimmbechert” oder der Welt  “Die große Heuchelei um den Mehrweg-Kaffeebecher”
Selbst die Deutsche Umwelthilfe, einer der aktivsten Becher-Lobbyisten, gibt zu: „Seriöse und repräsentative Studien, die die Umweltauswirkungen von Coffee-to-go-Einwegbechern quantifizieren und bewerten, fehlen bislang.“

Die Negativfolgen der Pfandbecher halten sich bei den Plastikbechern im Vergleich zu anderen Massnahmen links grüner Politik in Grenzen.

Resümee:
Nützt nichts, ist wahrscheinlich sogar kontraproduktiv, fühlt sich aber gut an.
Dieses Motto zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte links grüne Politik.